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BĂŒhler AR
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BĂŒhler ist eine politische Gemeinde im ehemaligen Mittelland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz.

Contents

‱ Geographie
‱ Geschichte
‱ Politik
‱ Medien
‱ Bildung
‱ Verkehr
‱ Musik
‱ Bauwerke
‱ Sport
‱ Bilder
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographie

BĂŒhler liegt zwischen Teufen und Gais an der Strecke der Appenzeller Bahnen. Der Weiler Steig gehört zu BĂŒhler. Nachbargemeinden sind Teufen, Gais, Trogen und Speicher sowie der innerrhodische Bezirk Schlatt-Haslen. Die Gemeinde hat eine GesamtflĂ€che von 560 Hektaren, wovon 66 Hektaren besiedelt sind. 350 Hektaren werden von der Landwirtschaft genutzt. 138 Hektaren sind bewaldet. Die ĂŒbrigen 6 Hektaren gehören zu den unproduktiven FlĂ€chen.

Das Dorf liegt auf 826 Metern ĂŒber Meer.cite-ref-5[5]

Geschichte

1380 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwĂ€hnt. Damals hiess das Dorf noch «Roten», was von Rotbach abgeleitet wurde.cite-ref-0-6-0[6] Zwischen 1420 und 1421 wurde Roten im Rahmen der St. Galler Klostergutsverwaltung als Roter rod noch dem Amt Trogen zugerechnet. Ab Anfang des 17. Jahrhunderts gehörte BĂŒhler zur Grossrhode Teufen.

Im SpĂ€tmittelalter war Roten nach St. Gallen kirchgenössig, ab 1479 Teil des neu begrĂŒndeten Pfarrsprengels Teufen. Zu diesem Zeitpunkt wird Roten auch erstmals «Ulrich BĂŒllers hoff» genannt. Im Jahre 1597, als die Landteilung stattfand und Roten Teil von Ausserrhoden wurde, ordnete man Roten der Gemeinde Teufen zu. Nach mehreren gescheiterten Versuchen löste sich der mittlerweile «BĂŒĂ¶ller» genannte Ort 1723 im Zuge eines eigenen Kirchenbaus von Teufen. Hauptförderer der Loslösung und erster Gemeindehauptmann war «Rössliwirt» Johannes Hofstetter. Im Absonderungsbrief von 1723 nennt sich die Gemeinde schliesslich erstmals «BĂŒhler».cite-ref-4-7-0[7] Baubeginn der Kirche war im April 1723 durch den Maurermeister Lorenz Koller aus Teufen. Bereits am 24. November hielt der Pfarrer Bartholome ZuberbĂŒhler die erste Predigt.cite-ref-3-8-0[8]

Das Gemeindegebiet erfuhr 1870 durch Einbezug der sĂŒdlich des Rotbachs befindlichen sogenannten exemten GĂŒter eine Erweiterung. Das Haufen- und Strassendorf mit Kernzone um Kirche und Pfarrhaus erlebte im 19. und 20. Jahrhundert einen Ausbau entlang der Landstrasse Gais–Teufen und der neuen Trogener Strasse, ergĂ€nzt durch etliche den Rotbach sĂ€umende Fabriken. Seit 1889 ist BĂŒhler eine Station an der Bahnlinie St. Gallen–Gais der Appenzeller Bahnen und seit 2018 Teil der Bahnlinie Trogen–St. Gallen–Appenzell.cite-ref-4-7-1[7]

Bevölkerung

| Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 9 ] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1734 | 1850 | 1870 | 1880 | 1900 | 1920 | 1941 | 1960 | 1980 | 1990 | 2000 | 2021 |
| Einwohner | 1167 | 1281 | 1605 | 1611 | 1625 | 1489 | 1166 | 1385 | 1640 | 1628 | 1598 | 1853 |

Im Jahr 1980 hatte BĂŒhler 1940 Einwohner, im Jahr 2000 noch 1598. Ende 2010 hat sich die Bevölkerungszahl bei 1668 stabilisiert. Im Jahr 2021 lebten insgesamt 1853 Menschen in der Gemeinde.

Politik

Seit 2019 ist JĂŒrg Engler GemeindeprĂ€sident der Gemeinde (Stand Juni 2022). BĂŒhler verfĂŒgt ĂŒber einen siebenköpfigen Gemeinderat, der unter der Leitung des GemeindeprĂ€sidenten steht. Der Rat wird fĂŒr eine vierjĂ€hrige Amtszeit von den Einwohnerinnen und Einwohnern im Majorzverfahren bestimmt.cite-ref-2-10-0[10] Der Gemeinderat ist ein politisches Organ der Exekutive und kĂŒmmert sich im Rahmen seiner Kompetenzen um die laufenden GeschĂ€fte der Gemeinde. Es gibt auf Gemeindeebene keine begrenzte Anzahl Amtszeiten. Die aktuelle Zusammensetzung des Gemeinderats ist auf der Webseite der Gemeinde ersichtlich.cite-ref-11[11]

Aufgrund der Einwohnerzahl darf BĂŒhler zwei Personen im Kantonsrat in Herisau stellen, der die Legislative des Kantons bildet. Die Personen werden im Majorzverfahren von den Einwohnerinnen und Einwohnern fĂŒr eine Amtszeit von vier Jahren bestimmt. Die KantonsrĂ€tinnen und KantonsrĂ€te vertreten die Interessen der Gemeinde auf kantonaler Ebene. Die aktuellen Vertretungen aller Gemeinden sind auf der Webseite des Kantonsrats verzeichnet.cite-ref-12[12]

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Landwirtschaft hat ĂŒber die Jahrhunderte stetig an Bedeutung verloren. 1905 gab es fast hundert Betriebe, 2021 waren es noch 17. Im Vordergrund stehen die Fleisch- und Milchproduktion. Die Gewerbetreibenden am Ort schlossen sich 1867 zum Handwerker- und Gewerbeverein BĂŒhler zusammen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden in BĂŒhler rund sechs Dutzend Betriebe gezĂ€hlt, darunter MĂŒhlen, BĂ€ckereien, Metzgereien, Zimmerei, Flaschnerei, Schuhmacher und sechs Gastwirtschaften. Das vielfĂ€ltige Gewerbe im Dorf organisierte sich damit nicht zuletzt, um auch politisch mehr Einfluss nehmen zu können.cite-ref-1-13-0[13]

PrĂ€gend fĂŒr BĂŒhler ist jedoch die Industrie. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts siedelte sich die Textilindustrie an. Unternehmerpioniere wie Johann Jakob Sutter, Johann Ulrich Tanner, Rudolf Binder oder Johann Ulrich Sutter brachten die protoindustrielle Textilproduktion ins Dorf: 1829 beschĂ€ftigten 15 BĂŒhlerer Fabrikanten insgesamt 650 Weber. Mit der Verlagerung von Leinwand- und Seidenweberei auf die Baumwolle entstanden auch Bleichereien, Brennereien, Textildruckereien, Spinnereien und FĂ€rbereien.cite-ref-1-13-1[13]

Die Bleicherei in der Au gilt als eine der ersten Fabriken in BĂŒhler. Sie wurde um 1800 gegrĂŒndet und ĂŒber die Jahre erweitert um einen Tröckneturm, eine Brennerei, ein Kesselhaus und ein Wasserkraftwerk. 1917 wurde ein Kuppelbau mit einer Turbinenanlage und einer Tröcknerei erstellt. Die sĂ€ulenfreie Konstruktion in Beton und Holzfachwerk des St.Galler Architekten Ernst Kuhn galt als wegweisend. Kurz danach setzte jedoch die Krise der Textilindustrie ein, die 1935 zum Konkurs der Bleicherei fĂŒhrte. Die Liegenschaft wurde aufgeteilt, im Zweiten Weltkrieg auch als Internierungslager genutzt (vgl. dazucite-ref-14[14]), und verfiel allmĂ€hlich. 1989 kaufte der Designer und Unternehmer Ruedi Zwissler die Liegenschaft, seither wurde sie von den eingemieteten Handwerkern und KĂŒnstlern schrittweise saniert und bietet heute als Fabrik am Rotbach vielfĂ€ltigen Raum zum Wohnen und Arbeiten.cite-ref-15[15]

Mit der BlĂŒte der Textilindustrie im frĂŒhen 19. Jahrhundert entstanden auch gemeinnĂŒtzige Institutionen, so im Jahr 1822 die Lesegesellschaft, 1824 die Ersparniskasse und 1829 die Arbeiterkrankenkasse. Ab 1881 gab es auch einen Konsumverein, der Lebensmittel zentral einkaufte und unter die Leute brachte. Im Jahr 1845 waren rund 60 Prozent der Einwohner im Textilgewerbe beschĂ€ftigt. Ab 1840 fand die Plattstichweberei grosse Verbreitung. Nach 1857 kam die Maschinenstickerei auf. Die Textilkrise als Folge des Ersten Weltkriegs erfasste dann jedoch auch BĂŒhler. In den Zwischenkriegsjahren kam die Industrie fast ganz zum Erliegen.

Bis heute hat BĂŒhler den Charakter eines Industriedorfs bewahrt.cite-ref-4-7-2[7] Zu den Unternehmen vor Ort gehören zum Beispiel:

Tisca: Die Firma produziert Textilien fĂŒr Innen- und AussenrĂ€ume. Dazu zĂ€hlen BodenbelĂ€ge, Gardinen und Möbelstoffe. Die Firma gibt es seit dem Jahr 1940. Sie wurde von Anton Tischhauser gegrĂŒndet. Im Jahr 1943 etablierte sich die Firma in BĂŒhler und trug somit zur Wiederherstellung BĂŒhlers als Wirtschaftsstandort bei. Dazumal war das Unternehmen ein Kleinbetrieb, heute ist die Firma weltweit tĂ€tig (Stand 2022).cite-ref-16[16]

Das Unternehmen Elbau wurde 1965 von fĂŒnf Gesellschaftern gegrĂŒndet und produziert KĂŒchen. Der Name Elbau steht fĂŒr Elementbau.cite-ref-17[17]

Die Trikotfabrik Eschler AG wurde 1927 in St. Gallen von Christian Eschler gegrĂŒndet. 1935 fand der Umzug nach BĂŒhler statt. Was mit sechs Rundstrickmaschinen begonnen hatte, wurde zu einem Unternehmen, das Stoffe fĂŒr funktionale Sportbekleidung herstellte. Im Jahr 2011 wurden die Schweizer ProduktionsstĂ€tten wegen struktureller VerĂ€nderungen im Textilbereich geschlossen und nach Deutschland und Thailand verlegt.cite-ref-18[18]

Im Gewerbe- und Industriegebiet Au hat sich ein vielfÀltiger Mix von grösseren und kleineren Firmen angesiedelt, darunter die Mineralquelle Goba AG, der Heilmittelhersteller Herbamed AG oder die Zimmerei Heierli.

Medien

Das Anzeige-Blatt fĂŒr die Gemeinden Gais, BĂŒhler und deren Umgebung erscheint seit 1901 und ist das amtliche Publikationsorgan der beiden Gemeinden. Hergestellt wird es von der Druckerei Kern in Gais.cite-ref-19[19]

Bildung

Im ausgehenden 18. Jahrhundert gab es in BĂŒhler eine kostenpflichtige Schule, in der Rechnen, Lesen und Schreiben unterrichtet wurde. Um die Bildung in der breiten Bevölkerung zu verbessern, wurde eine Freischule eingerichtet, die 1827 von 88 Kindern besucht wurde. 1835 baute die Gemeinde ein Schulhaus und stellte auch Geld fĂŒr die Lehrerbesoldung sicher. Diese «Allgemeinschule» dauerte sechs, spĂ€ter sieben Jahre. Die erste Sekundarschule betrieb Johann Ulrich Sutter ab 1834 mit eigenen Mitteln. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der EinfĂŒhrung der obligatorischen Schulpflicht wurden dann auch in BĂŒhler «Fortbildungsschulen» eingerichtet, es gab Turnunterricht und spĂ€ter auch eine Kleinkinderschule.cite-ref-1-13-2[13]

Heute bieten die Schulen mitten im Dorf Ausbildungen auf drei verschiedenen Stufen: Kindergarten, Primarschule und Oberstufe. Seit August 2013 sind die Oberstufen von Gais und BĂŒhler zusammengelegt. Dabei gehen die Jugendlichen wĂ€hrend der ersten beiden Jahre der Oberstufe in Gais zur Schule, im letzten obligatorischen Schuljahr (neunte Klasse) besuchen sie die Oberstufe in BĂŒhler.cite-ref-20[20]

Die einzige Kantonsschule im Kanton Appenzell Ausserrhoden befindet sich in Trogen.

Öffentliche Einrichtungen

Seit 2021 betreibt die Gemeinde im ehemaligen Konsum das Forum 55. Es ist ein Familien- und Generationenzentrum mit verschiedenen Beratungsangeboten zur frĂŒhkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Eingemietet ist dort auch das Kafi 55, das von einem Verein betrieben wird.

FĂŒr Seniorinnen und Senioren gibt es das Alters- und Pflegeheim «Wohnen am Rotbach».

Verkehr

Die frĂŒhen Karrenwege nach Teufen und Gais fĂŒhrten ĂŒber die Anhöhen. Die StrassenfĂŒhrung durch das Tal geht auf die Franzosen zur Zeit der Mediation zurĂŒck, 1806 war sie vollendet. Ab 1872 wurde der Ruf nach einer Anbindung ans Eisenbahnnetz laut, die technische Realisierung war jedoch nicht einfach und sollte teuer werden. Die Herausforderung fĂŒr die StreckenfĂŒhrung war insbesondere die Überwindung des Riegels zwischen Bernegg und Menzlen. Den Durchbruch brachte die Entwicklung eines neuen Lokomotivtyps mit AdhĂ€sions- und Zahnstangenbetrieb, damit konnte die Steigung ins RiethĂŒsli gemeistert werden. Ab 1887 wurde gebaut, 1889 konnte die Bahnlinie von St. Gallen ĂŒber Teufen und BĂŒhler nach Gais eröffnet werden. 1968 wurde das Bahntrassee neben die Strasse verlegt, der Zug umfĂ€hrt den Bahnhof BĂŒhler seither auf der SĂŒdseite.cite-ref-1-13-3[13]

Kultur und Freizeit

Literatur und Theater

Die Gemeinde hat eine sogenannte Lesegesellschaft. Die erste GrĂŒndung datiert auf 1822, ab 1848 hiess sie «Lesegesellschaft zum Rössli». Ihr Ziel war die Förderung von Bildung, Kultur und Wohlfahrt. Sie gab Lesemappen in Zirkulation und grĂŒndete eine Bibliothek. Heute organisiert die Lesegesellschaft pro Jahr etwa sechs verschiedene KulturanlĂ€sse wie Konzerte, Lesungen und VortrĂ€ge. Alle sind öffentlich und meistens kostenfrei. 2017 wurde der Standort der Bibliothek vom TĂŒrmlihaus in das Alters- und Pflegeheim «Wohnen am Rotbach» verlegt.cite-ref-21[21]

Musik

Die heutige Musikgesellschaft BĂŒhler besteht seit Februar 1899. Im Jahr 1991 formierte sich die Vereinigung zu einer Brassband-Besetzung um. Seit 2017 steht sie unter der musikalischen Leitung von Andreas Lauper und hat sich in eine Harmoniemusik gewandelt.cite-ref-22[22]

Der traditionsreiche MĂ€nnerchor Frohsinn (gegrĂŒndet 1864) und der Frauen- und Töchterchor (gegrĂŒndet 1903) prĂ€gten ĂŒber viele Jahre mit Abendunterhaltungen und Kirchenkonzerten das Vereinsleben im Dorf. Aufgrund von sinkenden Mitgliederzahlen schlossen sich die beiden Vereine 1988 zum Gemischten Chor zusammen. Dieser existiert jedoch inzwischen auch nicht mehr.cite-ref-1-13-4[13] Erfolgreich ist hingegen das Rotbach-Chörli, eine Formation, die den volkstĂŒmlichen Gesang pflegt. Das Rotbach-Chörli hat schon mehrere CDs aufgenommen.cite-ref-23[23]

Der Bluesclub BĂŒhler (gegrĂŒndet 2003) organisiert regelmĂ€ssig Konzerte mit namhaften Musikern im Bogenkeller und im Sommer jeweils das Blues-und-Rock-Openair bei der Fabrik am Rotbach.

Der BĂŒhlerer Urs Klauser ist einer der GrĂŒnder des Ensemble Tritonus. Es pflegt alte Instrumente wie Sackpfeife, Drehleier, Schalmei, Cister oder Schwegel. Das Ensemble fĂŒhrt in wechselnden Besetzungen Volksmusik aus frĂŒheren Jahrhunderten aus der Schweiz, aber auch aus anderen LĂ€ndern auf.cite-ref-24[24]

Kunst und Fotografie

Das KĂŒnstlerkollektiv «Streunender Hund» bringt mit sporadischen Aktionen Kunst aufs Land: Malerei, Poesie, Performance, Musik, Rauminstallationen etc. 2019 schuf das Kollektiv das «Phantastische Zimmer», eine Grossrauminstallation in der Rothalde. 2022 fuhr es mit einem alten Berna-Bus als Kunstgalerie auf RĂ€dern in die Dörfer. Zum Kollektiv gehören Birgit Widmer, kappenthuler/federer, Harlis Schweizer, Maria NĂ€nny, Mirjam Kradolfer, Florian Gugger und Wassili Widmer.cite-ref-25[25] Die Malerin Harlis Schweizer Hadjidi (geboren 1973) hat 2022 den Anerkennungspreis der St. Gallischen Kulturstiftung erhalten.cite-ref-26[26]

Levi Fitze (geboren 2004) kam 2014 erstmals mit der Naturfotografie in Kontakt. Inzwischen hat er als Wildlifefotograf internationale Wettbewerbe gewonnen. Er fotografiert in den Alpen ebenso wie in Afrika oder Patagonien, betreibt einen Blog, gibt VortrÀge und gestaltet Ausstellungen.cite-ref-27[27]

Bauwerke

Siehe auch

:

Liste der KulturgĂŒter in BĂŒhler

Die reformierte Kirche wurde 1723 von Lorenz Koller und Jakob Grubenmann erbaut. 1828 wurde der aus einem Riegelfachwerk bestehende Turm durch eine massive Steinkonstruktion ersetzt und erhielt eine Zwiebelkuppel. Die Kirche ist ein rechteckiger Saal mit einem leicht eingezogenen Chor, der im Innern durch zwei Stufen abgetrennt wird. Der Raum ist schlicht ausgestattet und wird von einer Gipsdecke mit zurĂŒckhaltenden Stuckaturen ĂŒberwölbt. Im Zug der Gesamtrenovation von 1813 und 1814 wurde der Friedhof von der SĂŒdseite auf die Nordseite verlegt. Ab der Renovation von 1903 stand eine Orgel im Chor, die erweiterte Orgel wurde 1953 auf der Westempore installiert.cite-ref-3-8-1[8]

Das ehemalige Rathaus von Trogen, 1598 erbaut, wurde 1842 nach BĂŒhler versetzt und dient heute als Wohnhaus. Der obere Strickbauteil des Hauses konnte auseinandergenommen und in BĂŒhler auf einem neuen Mauerstock wieder aufgebaut werden.

An der Dorfstrasse stehen zahlreiche FabrikantenhĂ€user aus dem 18. und 19. Jahrhundert, darunter das TĂŒrmlihaus. Das TĂŒrmlihaus wurde um 1790 fĂŒr den Fabrikanten und Gemeindehauptmann Rudolf Binder erbaut. 1957 wurde das grosse Haus in drei Wohnungen unterteilt. Der spĂ€tbarocke Bau dient heute als Gemeindehaus. Im NebengebĂ€ude ist der Kindergarten untergebracht.cite-ref-3-8-2[8] Den Typus Fabrikantenhaus reprĂ€sentiert auch die Jugendstil-Villa ZĂŒrcher. Sie wurde 1906 von Julie und Johannes ZĂŒrcher-Walser gebaut. Das Äussere ist vielfĂ€ltig gegliedert, in unterschiedlichen Materialien ausgefĂŒhrt und verziert. Innen wurde jedes der zwölf Zimmer individuell ausgebaut. Das Haus war von 1951 bis 1987 ein SĂ€uglingsheim, seither wird es wieder privat bewohnt.cite-ref-28[28]

Ein verschwundenes Zeugnis der Industrialisierung ist das «LanggebÀu», das 1805 vom Fabrikanten Rudolf Binder an der Hauptstrasse erstellt wurde. Es handelte sich dabei um einen U-förmigen Quader von 41 Metern LÀnge mit einem Pultdach. In den oberen Etagen wurde gewohnt, im Keller gewoben. Die funktionale Serienproduktion spiegelte sich in den neun aneinandergereihten, identischen Wohnungen. Das Haus wurde 1909 abgerissen, vermutlich weil die Substanz keine grösseren Wohnungsgrundrisse und keinen Einbau von sanitÀren Anlagen erlaubte.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30]

Sport

Auf der dorfeigenen Finnenbahn ist es möglich, auf einem weichen Bodenbelag zu joggen. Ebenfalls gibt es in der Gemeinde mehrere Bike- und Wanderrouten. Seit 2006 fĂŒhrt ein Themenweg mit Informationstafeln «Rond om BĂŒhler». Bereits zum siebten Mal wurde im Juli 2023 fĂŒr drei Wochen auf dem Sportplatz ein HĂŒpfburgen-Funpark aufgebaut, organisiert vom Verein «Meh BĂŒehler».

Die FeldschĂŒtzengesellschaft ist der Ă€lteste Verein von BĂŒhler, eine erste ErwĂ€hnung von SchĂŒtzen aus BĂŒhler datiert auf 1646. Nachdem die Gemeinde BĂŒhler eigenstĂ€ndig geworden war, formierten sich die FeldschĂŒtzen des Dorfs 1778 zu einem eigenen Verein. Das SchĂŒtzenhaus steht seit 1866 westlich des Dorfs und wurde seither mehrfach saniert, auch die Schiessanlage wurde modernisiert und den LĂ€rmschutzvorschriften angepasst.cite-ref-1-13-5[13]

Auf eine lange Geschichte kann auch der Turnverein zurĂŒckblicken: Er wurde 1851 gegrĂŒndet und war mehrfach Gastgeber von Kantonalturnfesten. Heute wird in fĂŒnf Riegen geturnt: Jugend, Damen, Aktive Herren, MĂ€nnerriege Aktive und MĂ€nnerriege Senioren. Ausserdem gibt es Angebote fĂŒr Kinder und MĂŒtter mit Kindern.cite-ref-1-13-6[13]

Der Fussballclub BĂŒhler besteht aus zwei Frauenteams, einer ‘Plausch’-MĂ€nnermannschaft, sowie einer Seniorenmannschaft. Vor allem die Frauenteams haben schweizweit Erfolge erzielt. Der Verein wurde 1966 gegrĂŒndet und zĂ€hlt heute 120 Mitglieder (Stand 2022).cite-ref-31[31]

In der Gemeinde gibt es einen Skiclub, der 1935 gegrĂŒndet wurde und aktuell rund 200 Mitglieder zĂ€hlt. Er kĂŒmmert sich mit Trainings fĂŒr Kinder und Jugendliche primĂ€r um die Förderung des Breitensports, konnte aber auch im Leistungssport schon Erfolge verzeichnen.cite-ref-1-13-7[13]

Persönlichkeiten

‱ Christian Eschler (1904–1965), Fabrikant, Gemeinderat, Verwaltungsrat der St.Gallen-Gais-Appenzell-Bahn
‱ Heinrich Lutz (1845–1915), Oberpostdirektor
‱ Hans NĂ€nny (1914–1993), Kaufmann, Kantonsrat und StĂ€nderat
‱ Hans Schaffert (1918–2003), evangelischer Geistlicher und FlĂŒchtlingsaktivist
‱ Matthias Schiess (1749–1819), Ratsschreiber, LandesfĂ€hnrich, Landeshauptmann, Landesstatthalter und Tagsatzungsgesandter, geboren in BĂŒhler
‱ Johann Jakob Sutter (1812–1865), Nationalrat und Regierungsrat
‱ Johann Ulrich Sutter-Goldener (1793–1869), Textilunternehmer und Politiker
‱ Johann Ulrich Sutter-Sutter (1822–1882), Kaufmann, Landammann und Nationalrat
‱ Emmy Walser (1899–1992), KindergĂ€rtnerin und ReformpĂ€dagogin
‱ Karl Wehrli (1843–1902), Glasmaler des Historismus

Bilder

Literatur

‱ Gerda Leipold, Martin HĂŒsler, Christian NĂ€nny: 300 Jahre Gemeinde BĂŒhler AR: 1723–2023. Appenzeller Druckerei, Herisau 2022.
‱ Alexander Isler: Festschrift zur 200-jĂ€hrigen Gedenkfeier der GrĂŒndung der Kirche und Gemeinde BĂŒhler im Jahre 1723. Kern, Gais 1923.
‱ Eugen Steinmann: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 2: Der Bezirk Mittelland. BirkhĂ€user Verlag, Basel 1980, ISBN 3-7643-1174-6. (= Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz, Band 97.) S. 251–287. Digitalisat.

Weblinks

Commons

: BĂŒhler

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Website der Gemeinde BĂŒhler AR
‱ Peter Witschi: BĂŒhler. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise

cite-note-11. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2023. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2024
cite-note-55. ↑ BĂŒhler in Zahlen. In: Gemeinde BĂŒhler AR. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
cite-note-0-66. ↑ Geschichte. In: Gemeinde BĂŒhler AR. Abgerufen am 1. Dezember 2023.
cite-note-4-77. ↑ Peter Witschi: BĂŒhler. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. Dezember 2011, abgerufen am 14. Dezember 2021.
cite-note-3-88. ↑ Eugen Steinmann: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Hrsg.: Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte Bern. Band 2. BirkhĂ€user Verlag, Basel 1980, ISBN 3-7643-1174-6, S. 251–287 (Digitalisat).
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